Dienstag, 4. Oktober 2016

Liebste Töchter in Christus

(Text aus dem Rundbrief des 8. Dezember 1882 der Seligen Maria Deluil-Martiny)


La Servianne, 8. Dezember 1882

Liebste Töchter in Christus,
                                             nun sind wir zum ersten Gründungsjubiläum unseres kleinen Institutes gekommen! (…) Eure Herzen laufen vor Freude und Anerkennung über; was könnte ich euren Gefühlen und eurer religiösen Rührung denn noch hinzufügen? Lasst mich euch zumindest den Ruf, der tief von meiner Seele kommt ausstoßen: Liebe, Liebe! Liebe zu Gott, der die Welt so sehr liebte um seinen einzigen Sohn zu schicken um sie zu retten! Liebe dem Lamm, der uns in seinem Blut gewaschen hat und sich aufgeopfert hat um uns zu erlösen! Liebe zu Jesus Hostie, der sich seit zehn Jahren würdigt auf den Altären unserer Klöster ausgestellt zu sein! Liebe dem göttlichen Herzen, der unsere Herzen erobert hat! Liebste Schwestern und Töchter, ich möchte euch die himmlische Passion Jesus Christus vermitteln. Er ist gekommen um der Welt das Feuer der Liebe zu bringen; was kann ich mir anderes wünschen als nicht, dass seine Liebe eure Gemüter entzünde? Ich möchte euch von dieser Liebe verzehrt sehen; aber nicht von einer weltlich gesinnten und unfruchtbaren Liebe, sondern von einer Liebe die in Werken und Wahrheit zum Ausdruck kommt, die bis zur extremen Widmung für das Gute geht und sich vom Geliebten bis zur äußersten Aufopferung tragen lässt. Um eurem liebenden Herzen Flammen hinzuzufügen, erinnere und vergegenwärtige ich euch, wie sehr der den wir lieben in dieser Zeit gehasst wird; wie sehr der verachtet wird, den wir verehren; wie sehr der beschimpft wird, dem wir kniend dienen. Die Liebe ist nicht bekannt, die liebe wird nicht geliebt, Schwestern! Wenn ich den Hass, die Verachtung und die Anwürfe der Welt gesehen habe, für den, der Liebe ist und Herr über alle Macht im Himmel und auf der Erde; wenn ich Satans Heer dabei gesehen habe, die Seelen zu zerstören, für die mein Retter sein Blut vergossen hat, „ist mein Herz in meiner Brust wie Wachs zerschmolzen“, und durch die Liebe, die immer mehr machen will als ihr möglich ist und glaubt, alles wäre machbar, habe ich es gewagt, die göttliche Liebe zu bitten, eine kleine Truppe aus Jungfrauen zu bilden, die Seraphen der Erde sind. Seelen die bereit sind zu Leiden, erglüht in der Hingabe und dass sie nichts, außer dem Gehorsam der Autorität gegenüber, auf dem Weg ihres Opfergangs aufhält; Seelen die sich ganz dem göttlichen Handeln Jesu hingeben und in denen sich Seine Pläne der Barmherzigkeit wiederspiegeln; eucharistische Seelen der Vergebung und des Apostolats, mit ihm vereint und in ihm verwandelt, von Ihm geopfert und angeboten; die nicht mehr sich selber leben sondern in denen Er lebt. Seelen, die mit Ihm in Gott verborgen sind; lebendige Hostien in denen Er seine Passion vervollständigt und über die Er nach Zustimmung, mit Ehre für seinen Segen verfügt. Schwestern, ist es nur ein Traum von mir? Ihr könnt die Antwort geben, euch gilt es mit eurem Eifer und der Großzügigkeit eures Herzens zu zeigen, dass Er euch nicht vergebens in sein Heiligtum und um seinen Altar gerufen hat!

Freitag, 1. Februar 2013

Die Schwestern in der Klausur

Besondere Aufmerksamkeit verdienen das Klosterleben der Frau und die Schwestern in der Klausur wegen der Hochachtung, die die christliche Gemeinschaft dieser Lebensform entgegenbringt, die ein Zeichen der ausschlieblichen Vereinigung der bräutlichen Kirche mit dem über alles geliebten Herrn ist. Das Leben der Schwestern in der Klausur, die sich hauptsächlich dem Gebet, der Askese und dem leidenschaftlichen Vorankommen im geistlichen Leben widmen, ist in der Tat »nichts anderes als ein Streben nach dem himmlischen Jerusalem, eine Vorwegnahme der endzeitlichen Kirche, unverwandt ausgerichtet auf den Besitz und die Anschauung Gottes«.Im Lichte dieser kirchlichen Berufung und Sendung entspricht die Klausur dem als prioritär erkannten Bedürfnis, beim Herrn zu sein. Durch die Wahl eines begrenzten Raumes als Lebensort nehmen die Schwestern in der Klausur an der tiefen Demut Christi teil durch eine radikale Armut, die sich im Verzicht nicht nur auf Dinge, sondern auch auf den »Raum«, auf die Kontakte und auf so viele Güter der Schöpfung ausdrückt. Diese besondere Art, den »Leib« zu schenken, führt sie mit mehr Feingefühl in das eucharistische Geheimnis ein. Sie bringen sich mit Jesus für das Heil der Welt dar. Über den Aspekt des Opfers und der Sühne hinaus erwirbt ihre Hingabe auch den Aspekt der Danksagung an den Vater in der Teilhabe an der Danksagung des geliebten Sohnes.Die in dieser geistlichen Spannung verwurzelte Klausur ist nicht nur ein asketisches Mittel von sehr hohem Wert, sondern eine Art und Weise, das Ostern Christi zu leben.Aus Erfahrung des »Todes« wird die Klausur Überflub des Lebens, indem sie sich als frohe Ankündigung und prophetische Vorwegnahme der jedem einzelnen und der ganzen Menschheit angebotenen Möglichkeit darstellt, allein für Gott in Christus Jesus zu leben (vgl. Röm 6,11). Die Klausur ruft also jene Kammer des Herzens wach, in der jeder berufen ist, die Einheit mit dem Herrn zu leben. Als Geschenk empfangen und als freie Antwort der Liebe gewählt ist die Klausur der Ort der geistlichen Gemeinschaft mit Gott und mit den Brüdern und Schwestern, wo die Raum- und Kontaktbeschränkung zum Vorteil der Verinnerlichung der evangelischen Räte gereicht (vgl. Joh 13,34; Mt 5,3.8).Die Klausurgemeinschaften, die die Stadt auf dem Berg und das Licht auf dem Leuchter (vgl. Mt 5,14-15) darstellen, versinnbildlichen bei aller Einfachheit ihres Lebens sichtbar das Ziel, auf das die ganze Gemeinschaft der Kirche zugeht, die »voll Eifer der Tätigkeit hingegeben und doch frei für die Beschauung«auf den Straben der Zeit vorwärtsgeht, den Blick fest auf die künftige Erneuerung von allem in Christus gerichtet, wenn die Kirche mit ihrem Bräutigam vereint in Herrlichkeit erscheint (vgl. Kol 3,1-4)«und Christus »jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt [...], damit Gott herrscht über alles und in allem« (1 Kor 15,24.28).Diesen geliebten Schwestern gilt deshalb meine Dankbarkeit und die Ermunterung, dem Klausurleben gemäb ihrem Charisma treu zu bleiben. Dank ihres Beispiels verzeichnet diese Lebensform ständig zahlreiche Berufungen, die von der Radikalität eines »bräutlichen« Daseins angezogen sind, das sich Gott in der Kontemplation vollkommen hingibt. Als Ausdruck reiner Liebe, die mehr wert ist als jedes Werk, entfaltet das kontemplative Leben eine auberordentliche apostolische und missionarische Wirksamkeit.ie Synodenväter haben dem Wert des Klausurlebens gegenüber hohe Anerkennung zum Ausdruck gebracht und gleichzeitig die hie und da vorgetragenen Anfragen bezüglich dessen konkreter Ordnung geprüft. Die Hinweise der Synode zum Thema und besonders der Wunsch nach einem stärkeren Verantwortungsbewubtmachen der höheren Oberinnen auf dem Gebiet der Teilaufhebung der Klausur aus einem gerechten und schwerwiegenden Grundwerden zum Gegenstand einer organischen Überlegung auf der Linie des Weges der vom II. Vatikanischen Konzil ausgehenden und bereits verwirklichten Erneuerung.Auf diese Weise wird die Klausur in den verschiedenen Formen und Stufen– von der päpstlichen und der konstitutionsmäbigen bis hin zur monastischen Klausur– der Verschiedenheit der kontemplativen Institute und der Traditionen der Klöster besser entsprechen.Wie die Synode weiter betont hat, sollen darüber hinaus die Vereinigungen und Föderationen zwischen Klöstern gefördert werden, wie sie schon von Pius XII. und vom II. Vatikanischen Konzil empfohlen wurden,besonders dort, wo keine anderen wirksamen Formen der Koordinierung und der Hilfe bestehen, um die Werte des kontemplativen Lebens zu schützen und zu fördern. Unter Berücksichtigung der rechtmäbigen Autonomie der Klöster können derartige Organismen in der Tat eine wirksame Hilfe bieten zu angemessener Lösung gemeinsamer Probleme, wie der vorteilhaften Erneuerung der Aus- und Weiterbildung, der gegenseitigen wirtschaftlichen Unterstützung und auch der Reorganisation der Klöster selbst.

[Vita Consecrata, Johannes Paul II, LEV]

Freitag, 11. Januar 2013

Nonnen

1. Als Braut des Wortes verwirklicht die Kirche in denjenigen, die sich ganz dem kontemplativen Leben widmen, in beispielhafter Weise das Geheimnis ihrer ausschließlichen Vereinigung mit Gott. Aus diesem Grund stellt uns das Nachsynodale Apostolische Schreiben Vita consecrata die Berufung und Sendung der Nonnen in der Klausur als »Zeichen der ausschlieblichen Vereinigung der bräutlichen Kirche mit dem über alles geliebten Herrn« (1) vor Augen, indem es uns dessen einzigartige Gnade und kostbare Gabe im Geheimnis von der Heiligkeit der Kirche veranschaulicht.

Die Klausurschwestern, die einmütig auf das Wort des Vaters hören und es liebevoll annehmen: »Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe« (Mt 3,17), bleiben immer »mit ihm auf dem heiligen Berg« (2 Petr 1,17-18) und, den Blick fest auf Jesus Christus gerichtet und umhüllt von der Wolke der göttlichen Gegenwart, hängen sie voll dem Herrn an. (2)

Sie identifizieren sich insbesondere mit der Jungfrau Maria, (3) der Braut und Mutter, dem Modell der Kirche, (4) und während sie an der Seligkeit derer, die glauben (vgl. Lk 1,45; 11,28), teilhaben, verewigen sie ihr »Ja« und ihre anbetende Liebe zum Wort des Lebens, indem sie zusammen mit ihr zum Gedächtnis des bräutlichen Herzens (vgl. Lk 2,19 u. 51) der Kirche werden. (5)

Die Hochachtung und Liebe, mit der die christliche Gemeinschaft seit jeher die kontemplativen Ordensfrauen in Klausur umgab, ist parallel zur Wiederentdeckung des kontemplativen Wesens der Kirche und der Berufung jedes Menschen zur geheimnisvollen Begegnung mit Gott im Gebet gewachsen. Die Nonnen, die ununterbrochen »mit Christus verborgen in Gott« (Kol 3,3) leben, erfüllen in der Tat in höchstem Maße die Berufung des ganzen Christenvolkes zum beschaulichen Leben(6) und werden so zum leuchtenden Kennzeichen des Gottesreiches (vgl. Röm 14,17), zu einer »Zier der Kirche und Quelle himmlischer Gnaden«. (7)

2. Vom II. Vatikanischen Konzil an haben verschiedene Dokumente des Lehramtes die Bedeutung und den Wert dieser Lebensform eingehend untersucht und vertieft; so haben sie die kontemplative Dimension der Klausurgemeinschaften und ihre spezifische Rolle im Leben der Kirche gefördert; (8) das gilt hauptsächlich für das Konzilsdekret Perfectae caritatis (Nr. 7 und 16) und die Instruktion Venite seorsum, die in hervorragender Weise die evangelischen, theologischen, spirituellen und asketischen Grundlagen der Trennung von der Welt im Hinblick auf eine totale, ausschließliche Hingabe an Gott in der Kontemplation erläutert hat.

Papst Johannes Paul II. hat die Nonnen häufig ermuntert, dem Klausurleben gemäß ihrem Charisma treu zu bleiben; im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Vita consecrata hat er verfügt, daß später auf der Linie des Weges der bereits verwirklichten Erneuerung besondere Normen für die konkrete Disziplin der Klausur erstellt werden sollten. Auf diese Weise wird die Klausur der Verschiedenheit der kontemplativen Institute und der Traditionen der Klöster besser entsprechen, so daß die kontemplativen Klausurschwestern, im Heiligen Geist erneuert und ihrem Wesen und ihrer Sendung getreu, mit echtem Schwung und neuer Kraft in die Zukunft gehen können. (9)

Die vorliegende Instruktion bestätigt noch einmal die von der Instruktion Venite seorsum (I-V) und vom Apostolischen Schreiben Vita consecrata (Nr. 59) formulierten theoretischen Grundlagen und legt dann die Normen vor, welche die päpstliche Klausur der Nonnen, die sich ganz dem beschaulichen Leben hingeben, regeln sollen.

[Verbi Sponsa, Instruktion über das kontemplative Leben und die Klausur der Nonnen, Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens]

Sonntag, 11. November 2012

Es gibt keine Liebe ohne Leiden

Jesus, unser Bräutigam, wird geschmäht, trösten wir ihn! Er ist verraten, dienen wir Ihm mit bedingungsloser Hingabe! Er ist einsam auf seinem Leidensweg, verlassen wir ihn nicht! Sein Blut rinnt, er ist geplagt und stirbt am Kreuz: Lasset uns mit Ihm leiden und Ihn lieben. Denn es gibt keine Liebe ohne Leiden, kein Geschenk ohne Verzicht, keine Übereinstimmung mit dem Gekreuzigten wenn wir uns nicht in der Angst und im Schmerz befinden. Gehen wir mit ihm und für Ihn sterben.

(Pensieri scelti dagli scritti della Beata Maria di Gesù Deluil-Martiny, tradotti dal libro "Gesù deve regnare", a cura di Paolo Risso, LEV)

Dienstag, 30. Oktober 2012

Fotos von Saint Thérèse von Lisieux

Fotos und Bilder von Saint Thérèse vom Kinde Jesu (Thérèse von Lisieux)